SPD informiert über ihre Wohnungsbaupolitik

Pressemitteilung

Beim Dämmerschoppen im Gutsausschank Klosterhof diskutierten die Hofheimer Bürgermeisterin und SPD-Landtagskandidatin Gisela Stang und Hans-Joachim Rosenbaum, der Landeschef der IG-BAU in Hessen, wie Wohnen für alle Menschen im Main-Taunus-Kreis und Hessen bezahlbar werden kann. Als Minister für Bauen, Wohnen und Landesentwicklung einer sozialdemokratischen Landesregierung möchte Rosenbaum u.a. das hessische Wohnungsbaugesetz überarbeiten.

Zum Einstieg in die circa zweistündige Diskussion, verdeutlichte Rosenbaum das Ausmaß des Wohnungsmangels eindrücklich. „50.000 Hessen mit Wohnberechtigungsschein brauchen eine sozial geförderte Wohnung, sie finden jedoch keine, weil es sie nicht gibt“, so Rosenbaum. Darüber hinaus suchten noch viel mehr Menschen nach einer bezahlbaren Wohnung auf dem freien Wohnungsmarkt, doch auch solche Wohnungen gäbe es kaum. Um den aktuellen und zukünftigen Bedarf an Wohnungen zu decken, müsse die Zahl der Wohnungen in Hessen, um die Ausmaße einer Großstadt wachsen, 500.000 zusätzliche Wohnungen müssten gebaut werden.

Ginge es nach der SPD, würden diese Wohnungen vor allem von öffentlichen Trägern, den landeseigenen und kommunalen Wohnungsbaugesellschaften und gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaften gebaut werden.

Auch gegen Bodenspekulationen würde eine SPD-geführte Landesregierung vorgehen, dazu bräuchte es eine „Grundsteuer C“, die ungenutztes Bauland höher besteuert. Statt Grundstücke und Bauflächen der öffentlichen Hand weiterhin an den Meistbietenden zu veräußern, sollen Bauherren in Konzeptvergaben, vor allem nach sozialen Kriterien, ausgewählt werden. Um die Kontrolle zu behalten, sollen landeseigene Grundstücke im Eigentum des Landes verbleiben und ausschließlich mit Erbbaurechten bebaut werden.

Auf die Frage, wo die erforderlichen 500.000 Wohnungen gebaut werden sollen, wussten Rosenbaum und Stang ebenfalls eine Antwort: Jedem müsse bewusst sein, dass Nachverdichtung seine Grenzen habe. Man brauche auch Kultur, Sport und Grünflächen in den Innenstädten. Wichtig sei es deshalb den ländlichen Raum zu entwickeln, ihn besser an die Städte anzubinden und attraktiver zu gestalten, so Stang und Rosenbaum.

Der Main-Taunus-Kreis wächst: Immer mehr Menschen ziehen in den Kreis und suchen eine bezahlbare Wohnung. In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Sozialwohnungen in Hessen halbiert. Nicht nur Menschen mit geringem Einkommen, sondern auch Studierende, Auszubildende und Singles sind auf dem Wohnungsmarkt unterwegs und stehen Schlange, sobald eine preisgünstige Wohnung verfügbar ist.

Gisela Stang und Hans-Joachim Rosenbaum gingen auch der Frage nach, wie Wohnen im Alter gestaltet werden kann. Bürgerinnen und Bürger möchten so lange wie möglich selbstständig in Ihrer Wohnung leben und darin alt werden. „Wir erleben immer öfter, dass ältere Menschen in ihrer viel zu großen Wohnung wohnen bleiben, weil sie ihr Quartier nicht verlassen möchten und kleinere Wohnungen für die kleine Rente zu teurer geworden sind“, meint Rosenbaum. „Dafür setzen wir u.a. auf neue Förderungen genossenschaftlichen Wohnungsbaus, die in den letzten Jahren zurückgegangen sind.“

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